Presse

"Sommerfest der schwul-lesbischen Gemeinde in Duisburg"
(Der Westen, Essen, 31.07.2011)


von Henrik Veldhoen

Mit ihrem Sommerfest sorgte die schwul-lesbische Gemeinde Duisburg für Aufmerksamkeit in der Innenstadt. „Wir wollen auf die Vielfalt der Gesellschaft hinweisen und Toleranz und Verständnis wecken“, sagte Josefine Paul, Landtagsabgeordnete der Partei Bündnis 90/ Die Grünen, die an ihrem Stand vor Ort informierten.

Zunächst sorgte allerdings nur eine Reihe von Rückkopplungen der Mikrofone für Aufmerksamkeit. Travestiekünstler Henning Ladewig alias Jennifer Dean überbrückte souverän und schmetterte bekannte Songs. Monika Thater ist mit ihren Freundinnen gekommen, um sich die Feier anzuschauen. Die Rentnerinnen haben keine Vorurteile, sagen sie: „Die Leute sind sehr zuvorkommend, offen und nett“, findet Thater. „Wir waren schon vor zwei Jahren hier, da hat es uns gut gefallen.“

"Rainbow Zebras" tragen keine rosa Trikots

Verschiedene Vereine und Gruppen hatten auf dem Averdunkplatz ihre Stände aufgeschlagen. Darunter auch die „Rainbow Zebras“, der schwul-lesbische Fanclub des MSV Duisburg. Dabei gelten Fußball und Homosexualität als sensible Kombination. „Wir jubeln im Stadion genauso wie die anderen und tragen auch keine rosa Trikots“, sagte Gründungsmitglied Tobi. Der Verein organisierte auch den Hingucker des Festes: Statt mit Fußbällen konnten Gäste mit Handtaschen auf die Torwand werfen.

„Es ist wichtig, sichtbar zu sein“, sagte Josefine Paul. Als queer-politische Sprecherin der grünen Landtagsfraktion ist sie zuständig für die Belange von Schwulen, Lesben, Bisexuellen, Transvestiten sowie all derer, die sich „nicht auf sexuelle Normen festlegen wollen“. Sie und ihr Team stellten sich Fragen und unterhielten sich mit Passanten. „Es ist toll, so ungezwungen ins Gespräch zu kommen“, sagte Paul.

"Herzenslust" ermöglichte das Sommerfest

Erstmals hatte die Präventionsgruppe „Herzenslust“ der Aids-Hilfe Duisburg/ Kreis Wesel die Feier organisiert. Normalerweise ist der der „Arbeitskreis Duisburger Schwulen und Lesben“ (Akdulus) dafür zuständig. „Akdulus hatte in diesem Jahr einfach nicht genug Manpower“, scherzte Rüdiger Wächter von Herzenslust. Damit das Fest nicht wie im vergangenen Jahr ausfallen muss, hatte seine Gruppe übernommen. Außerdem informierte Herzenslust über die Gefahren von Aids sowie richtigen Schutz.