Presse

"Gegen Homophobie im Amateurfußball"
(fussball.de, Bonn, 07.03.2011)


Homophobie ist leider noch immer allgegenwärtig im Fußball-Sport. Daher haben der Berliner Fußball-Verband und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg eine Kooperationsvereinbarung zur Förderung von Toleranz und Respekt geschlossen.

Angst vor Outing

Fünf Prozent der deutschen Bevölkerung sind nach aktuellen Untersuchungen homosexuell. Ein Phänomen, das es also auch im Fußball gibt – aber outen würde sich im Profifußball keiner. Viel zu groß ist die Angst vor dem Karriereknick. Hier sind die traditionellen Geschlechterrollen noch weit verbreitet. Die männlichen Tugenden, wie Kraft, Disziplin, Wille und Kampf spielen eine große Rolle. Schwul sein wird viel zu oft mit gegensätzlichen Attributen belegt. Da ist es wenig verwunderlich, dass man auch im Amateurbereich mit Vorurteilen gegenüber Homosexuellen kämpfen muss.

Vorurteile sollen abgebaut werden

Dem stellen sich nun der BFV und der LSVD gemeinsam. Initiiert wurde die Kooperation durch das Projekt SOCCER SOUND des LSVD. Es richtet sich gegen Diskriminierung und Homophobie im Fußball. Über gegenseitige Verlinkungen im Internet, gemeinsame Veröffentlichungen und Veranstaltungen präsentiert sich die Kooperation gegenüber der Öffentlichkeit. Für die weitere Sensibilisierung (vor allem Jugendlicher) wird es gemeinsame Workshops in den Fußballvereinen geben. Dabei sollen vorhandene Vorurteile gegen Lesben und Schwule abgebaut werden.

Langfristige und nachhaltige Ziele der Kooperation

Mit dieser Kooperation verfolgen beide Seiten langfristige und nachhaltige Ziele. Den Partnern ist bewusst, dass Toleranz und Respekt nicht von heute auf morgen selbstverständlich wird. Das großes Ziel ist es daher, den Weg für eine Zukunft zu bereiten, "in der jeder Mensch selbstbestimmt ohne Anfeindungen leben kann.“