Presse

"Daum entschuldigt sich bei schwulen Fans"
(Queer.de, Köln, 02.08.2008)


Christoph Daum, Trainer des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, hat sich von seinen homophoben Äußerungen distanziert und sich bei Mitgliedern des schwul-lesbischen Fanclubs entschuldigt.

Der 54-Jährige hatte vor zwei Monaten in einem TV-Interview erklärt, dass Kinder und Jungendliche vor Schwulen geschützt werden müssten. Am Freitag hat er im Geißbockheim, dem Clubhaus des 1. FC Köln, Vertreter des Fanclubs "Andersrum rut-wiess" empfangen und mit ihnen 90 Minuten lang gesprochen.

"Anfangs erschien er uns etwas angespannt zu sein, aber ist aufgetaut, als er gemerkt hat, dass wir als Fans und nicht als Politschwestern gekommen sind", erklärte Fanclub-Mitglied Patrik Maas gegenüber queer.de. "Er hat sich aber gleich eindeutig und aufrichtig von seinen homophoben Aussagen distanziert und sich entschuldigt", so Maas weiter. Daum machte unmissverständlich deutlich, dass er diese Äußerungen so hätte nicht abgeben sollen, dies entspräche überhaupt nicht seiner Lebenseinstellung.

"Daum hat einen ehrlichen und sehr offenen Eindruck gemacht – und und uns seinen Hintergrund erläutert, um uns seine persönliche Einstellung näher zu bringen", erklärte Maas. Dem Trainer sei es wichtig gewesen, selbst mit Mitgliedern des schwul-lesbischen Fanclubs zu sprechen. Das sei aber wegen des Urlaubs und des Trainingslagers nicht vorher möglich gewesen. Der Coach sagte ferner, er habe sich nicht vorher geäußert, weil jeder, der ihn kenne, garantiert wisse, dass er keine homophoben Vorurteile pflege.

Jetzt wolle Daum an seinen Taten gemessen werden. So erklärte der Coach gegenüber den Fanclub-Mitgliedern, dass er einen Spieler beim Coming-out hundertprozentig unterstützen würde.

Daum hat den 1. FC Köln dieses Jahr von der zweiten in die erste Bundesliga geführt. In zwei Wochen treten die Geißböcke zu ihrem ersten Ligaspiel beim VfL Wolfsburg an. "Für uns ist die Angelegenheit damit erledigt. Erst recht, wenn wir mit Christoph Daum in den nächsten Jahren die deutsche Meisterschaft feiern können", fügte Maas schmunzelnd an.