Presse

"Ministerin: Lesben im Fußball sind Vorbilder"
(Frauenfussball-News.de, Hasloh, 23.01.2011)

Anders als früher sind Lesben im Frauenfußball heute längst kein Tabu-Thema mehr. Die Boulevardpresse ist im WM-Jahr groß in die Berichterstattung eingestiegen, und auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder findet die neue Offenheit gut. Lesben im FF hätten eine Vorbildfunktion, sagte sie jetzt im Interview.

Homosexuelle Spielerinnen, die sich outen, hätten "eine wichtige Vorreiterrolle übernommen", unterstrich Schröder (CDU) im Gespräch mit der Illustrierten "Focus".

"Aus meiner Kenntnis und durch meine Kontakte zur Frauenfußball-Nationalelf habe ich das Gefühl gewonnen, dass es inzwischen bei den Spielerinnen einen großen Stolz darüber gibt, gerade auch mit kritischen Themen wie Homosexualität unverkrampfter umzugehen als männliche Spieler."

Für Männer sei der Weg in die Öffentlichkeit schwieriger, so Schröder. In der Fanszene und darüber hinaus gebe es teilweise "sehr seltsame Vorurteile." Sie glaube aber nicht, "dass unsere Gesellschaft tatsächlich ein Problem im Umgang mit homosexuellen Fußballprofis" habe.

Zuletzt hatten beide Torhüterinnen der Frauen-Nationalmannschaft, Nadine Angerer und Ursula Holl, unter anderem mit dem Massenblatt "Bild" freizügig über ihre Homo- bzw. Bisexualität gesprochen.

Vor zehn Jahren noch wurde im Umkreis der Natio hingegen beständig das Gerücht kolportiert, der DFB habe Spielerinnen damit gedroht, sie nicht mehr zu nominieren, sollten sie sich als Lesben outen. Der jetzige DFB-Boss Zwanziger hat sich hingegen mehrfach für einen weltoffenen Umgang mit dem Thema Schwule und Lesben stark gemacht.