Presse

"Blatter: Wollte niemanden beleidigen"
(ZDF, Mainz, 17.12.2010)

FIFA-Boss entschuldigt sich bei Homosexuellen

Nach seinem Plädoyer für einen Sex-Verzicht von Homosexuellen während der WM 2022 in Katar hat sich FIFA-Präsident Joseph Blatter für die Äußerung entschuldigt. "Wenn ich eine bestimmte Gruppe beleidigt haben sollte, bereue ich dies", sagte Blatter.

Der Boss des Fußball-Weltverbandes hatte gefordert, dass Homosexuelle aus Respekt gegenüber dem WM-Gastgeber auf Sex verzichten sollten, solange sie sich in Katar aufhalten. Homosexualität ist in dem Emirat illegal. Die Aussage hatte Blatter viel Kritik eingebracht.

Viel Kritik an Blatters Äußerung

Nun reagierte er mit einer Entschuldigung: "Es war nicht meine Intention und es wird niemals meine Intention sein, jemanden zu diskriminieren", sagte der Schweizer: "Das ist genau das, was die FIFA nicht will. Wenn ich jemanden verletzt habe, entschuldige ich mich dafür."

Nach seinen Aussagen hatten zahlreiche Homosexuellen-Verbände eine Entschuldigung oder gar einen Rücktritt des FIFA-Präsidenten gefordert. "Herr Blatter sollte seine Ausnahmen unverzüglich zurücknehmen und sich entschuldigen. Andernfalls sollte er zurücktreten", hatte der Präsident des Zusammenschlusses der schwulen Fußball-Fans, Chris Basiurski, gesagt: "Viele Schwule und Lesben leben in Ländern, in denen ihnen die Todestrafe oder das Gefängnis droht, wenn sie entdeckt werden. Diese Menschen benötigen unsere Hilfe, unseren Respekt und unsere Unterstützung."

Der ehemalige Basketball-Profi John Amaechi, der sich nach seiner Karriere in der US-Profiliga NBA als schwul outete, bezeichnete Blatter als einen "ignoranten Neandertaler".