Presse

"Der Ball verbindet"
(Frankfurter Rundschau, Frankfurt, 02.12.2010)


von Charlotta Bagh

Theo Zwanziger, Petra Roth und viele mehr kamen am gestrigen 1. Dezember in der Paulskirche zusammen, um über Ausgrenzungen gegenüber Betroffenen zu sprechen und dagegen anzukämpfen. Was Fußball mit der Immunkrankheit zu tun hat erklärt der DFB-Präsident.

Da musste der Präsident des deutschen Fußballbundes selber ein wenig schmunzeln, als er an das Rednerpult trat. „Sie fragen sich jetzt sicher, was der Präsident des DFB hier macht und nach dem Zusammenhang zwischen Fußball und Aids?“

Doch wer weiß, welchen Einsatz Theo Zwanziger seit Jahren bringt, um gegen Diskriminierung im Sport vorzugehen, der begreift seine Einladung ganz bestimmt. „Der DFB nimmt seine gesellschaftspolitische Verantwortung wahr,“ bestätigt auch Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) in ihrem Grußwort bei der inzwischen im 16. Jahr stattfindenden Veranstaltung der Frankfurter Aids- Stiftung in der Paulskirche. Zum 25-jährigen Bestehen der Aids-Hilfe ist das zentrale Thema: Grenzgänge.

Dieser Name passt besonders gut, denn: „Aids war immer eine Grenze, Aids bedeutet ausgegrenzt zu sein,“ betont der Vorstand der Aids-Hilfe Frankfurt, Christian Setzepfandt. In 25 Jahren hätte Aids zwar an Schrecken verloren, aber: „Aids gilt immer noch als Stigma und wird wohl nur dann eine Erfolgsgeschichte werden, wenn man das Virus komplett heilen kann.“

Aids bleibt aktuell

Theo Zwanziger setzt viel Hoffnung in den Fußball. „Der Ball verbindet, der Ball grenzt nicht aus. Fußball verbindet mehr als andere Sportarten.“ Es gebe kein besseres Abbild der Gesellschaft, als jenes, welches in den Stadien entstehe. „Wo denn sonst, wenn nicht in Sportvereinen, findet Integration und Akzeptanz statt?“, fragt der DFB-Präsident. Für ihn sei der DFB stark genug, um Diskriminierung unter Sportlern zu bekämpfen, etwa beim Thema Homosexualität – indem der Verband Mitglieder bei einem Outing unterstütze.

Für Zwanziger steht fest: „Jedweder Diskriminierung müssen Grenzen gesetzt werden.“

Auch der hessische Sozial- und Gesundheitsminister Stefan Grüttner betonte, dass das Thema Aids nicht an Aktualität verloren hat. Die Gesundheitspolitik müsse ihren Beitrag leisten, um Betroffenen eine bessere Behandlung zukommen zu lassen und um die Aufklärung und Prävention beim Thema Aids zu verbessern.

„Die Landesregierung ist sich ihrer Verantwortung bewusst“, sagte Grüttner.

Weitere Redner waren Ulli Würdemann, Initiator der Selbsthilfe – Internetplattform „Ondamaris“ und Jürgen Rockstroh, der Präsident der Deutschen Aids- Gesellschaft.