Presse

Leverkusen wartet auf Ballack
(Kölner Stadtanzeiger, Köln, 12.07.2010)

Bevor Michael Ballack am Dienstag in Leverkusen erwartet wird, gibt es Rätsel um Äußerungen seines Anwalts Michael Becker. Ein Ex-Nationalspieler habe demnach angekündigt, eine „Schwulencombo“ demnächst hochgehen lassen.

von khw

Im Verlaufe des Dienstags wird Michael Ballack in Leverkusen erwartet, am nächsten Tag ist dann die offizielle Vorstellung des Stars geplant. Es wird einiges los sein, denn die Verpflichtung von Michael Ballack gilt den Bayer-Leuten als bemerkenswerter Coup in Sachen Imagepflege, Stimmung und Reklame-Wucht.

In gewisser Weise hat das jetzt schon angefangen, denn immerhin „Spiegel“ und „Bild“ befassen sich ausführlich mit Ballack, bzw. mit seinem Berater und Anwalt Michael Becker. Das ist jener Mann, mit dem Bayer 04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser den Ballack-Coup eingefädelt und - beinahe öffentlich - im Rahmen eines Pressetermins vollzogen hatte.

Die Verschwörung

Der „Spiegel“ berichtet in seinem Artikel von Becker und wie der erzählt habe, „welche deutschen Spieler schwul seien“, und beim Abschiedsspiel von Bernd Schneider in Leverkusen habe Becker angekündigt, „dass es einen ehemaligen Nationalspieler gebe, der »die Schwulencombo« demnächst hochgehen lassen“ werde - damit gemeint seien die, so der „Spiegel“, „Geschichten von der vermeintlichen, großen homosexuellen Verschwörung um die Mannschaft von Joachim Löw“. In „Bild“ stand dann - neben diesen Zitaten - vor allem riesengroß eine Überschrift mit dem Wort „Schwulencombo“ unter einem fast 30 Zentimeter großen Foto von Michael Becker und Michael Ballack.

Wie er diese Form von Auftritt seines Geschäftspartners Becker finde, mochte Holzhäuser nicht erklären. Er mailte diese Erklärung: „Da ich die in diversen Medien zitierten Äußerungen von Herrn Dr. Becker nicht selber gehört habe, werde ich diese nicht kommentieren! Homosexualität im Profi-Fußball ist ein immer wieder gerne diskutiertes Thema. Da jedoch alles Spekulation ist, will ich nicht auch noch spekulieren. Nur so viel: Für mich gibt es keinen Unterschied in der Akzeptanz von homosexuellen oder heterosexuellen Menschen - auch nicht bei Fußballern.“