Presse

"Konferenz zum Thema 'Homophobie im Sport'"
(Bayer 04 Leverkusen, Leverkusen, 25. November 2009)

Verbale Attacken und Vorurteile gegen Schwule und Lesben im Sport gehören immer noch zum Alltag. Das Fanprojekt nahm an der 7. Schnittstellenkonferenz Sport (-pädagogik) Jugendhilfe "Homophobie im Sport" in Hannover teil.

"Ich würde nie mit Schwulen duschen" - dieses Zitat eines bekannten Sportlers zeigt, dass verbale Attacken und Vorurteile gegen Schwule und Lesben im Sport immer noch zum Alltag gehören. Im Fußball erfährt das Thema Homophobie durch das Engagement schwul-lesbischer Fanklubs (z.B. in Leverkusen durch die Bayer 04-Junxx) und Initiativen des Deutschen Fußball-Bundes seit einiger Zeit stärkere Aufmerksamkeit.

Die 7. Schnittstellenkonferenz Sport (-pädagogik) Jugendhilfe, die am 24. November in Hannover stattfand, erweiterte zu diesem Thema den Fokus vieler Multiplikator/innen und Praktiker/innen aus Sport und Jugendhilfe, sowie auch an Interessierte aus anderen Bereichen.

Erwartung von Toleranz und Akzeptanz

Das von den Veranstaltern - u.a. der Deutschen Sportjugend - gewählte Thema "Homophobie im Sport" wurde durch eine kurze Diskussionsrunde, ein Referat und verschiedene Workshops bearbeitet. Der Grundtenor des gesamten Tages war hierbei, dass das Thema Homophobie immer noch ein Tabuthema ist und weiterhin auf Toleranz und Akzeptanz wartet. Diese kann nur erreicht werden, indem es immer wieder thematisiert wird und die- wie durch das Wort "Phobie" ausgedrückte- Angst, vor dem hier meist Unbekannten, genommen wird.

Hier stehen die Sportvereine zum einen in der Verantwortung durch kontinuierliche Arbeit ein Umfeld für alle Beteiligten zu schaffen, in denen sie sich, unabhängig von ihrer Herkunft, Geschlecht, Religion oder auch sexueller Orientierung, wohl fühlen. Aber auch jeder Einzelne ist hier gefragt, sich nicht diskriminierend zu äußern, auch nicht im Stadion. Gerade hier wird der Ausdruck "schwul" oft als dazugehörig empfunden und Synonym, für "schlecht oder scheiße" genutzt.

Basisarbeit gefragt

"Ziel aller Beteiligten im Bereich der Fussballs muss die stetige Sensibilisierung des Themas sein", fasst Stefan Thomé vom Fanprojekt Leverkusen, der an der Konferenz teilnahm, zusammen. "Da helfen von oben angesetzte Kampagnen nicht alleine, hier ist vielmehr auch die Basisarbeit gefragt, wie z.B. direkte Ansprachen im Fanblock oder auch der Anstoss zur Selbstregulierung".

Das Fanprojekt und die Fanbetreuung legen für interessierte Fans weiterhin an Spieltagen Flyer an der Fankiste zu diesem Thema aus. Weitere Informationen zum Thema gibt es unter www.kos-fanprojekte.de und www.queerfootballfanclubs.com.